Studierendenparlament tagt trotz Corona.

Warum Austausch gerade jetzt wichtig ist

 

 

Autorin:
Janina Hens
(Zahnmedizinstudentin aus Bonn)


Studierendenparlament tagt trotz Corona. Mitte Oktober kamen 27 studentische Parlamentarier in Bonn zusammen, um stellvertretend für die bundesweit mehr als 15.000 Zahnmedizinstudierenden über die Zukunft der Zahnmedizin zu diskutieren. Zudem wurde über Veränderungen der universitären Lehre und den Stand der einzelnen Arbeitsgruppen gesprochen. Wichtig war dem StuPa ein reger Austausch in Bezug auf die aktuelle Situation.

Die Parlamentssitzung fand im Gustav-Stresemann-Institut statt. Durch die 27 Studierenden waren insgesamt 13 Universitäten vertreten. Begleitet wurde die zweimal im Jahr stattfindende Tagung diesmal vom Bundesvorsitzenden des FVDZ, Harald Schrader, und seinem 1. Stellvertreter, Dr. Peter Bührens, sowie drei Repräsentanten der Landesverbände: Dr. Angelika Bührens (LV Mecklenburg-Vorpommern), Dr. Lutz Krause (LV Sachsen), Dr. Hendrik Felke (LV Berlin).

Marvin Berchem und Leon Höwer aus der Bundesgeschäftsstelle des FVDZ haben die zweitägige Parlamentstagung geplant sowie organisatorisch und inhaltlich begleitet. Pandemiebedingt konnte die letzte Hauptversammlung im April lediglich via Videokonferenz stattfinden. Deshalb freuten sich viele Studierende, ihre Mitstreiter persönlich kennenzulernen, da einige neue Gesichter zum Studierendenparlament dazugestoßen sind. In seiner Begrüßung machte Harald Schrader sowohl auf die Situation der Zahnärzteschaft zu Zeiten von Corona aufmerksam, appellierte aber gleichzeitig auch an die Studierenden, die Missstände im Studium der Zahnmedizin zu kommunizieren, sich für Veränderung einzusetzen und Chancen dahingehend politisch zu nutzen.

DIE CORONA-PANDEMIE UND DIE AUSWIRKUNGEN AUF DIE LEHRE

Im Plenum hatte jeder Parlamentarier die Möglichkeit, über seine aktuelle zahnmedizinische Studiensituation zu berichten, um sowohl positive Aspekte festzustellen als auch Anregungen und Ideen für mögliche Verbesserungen zu sammeln und zu erarbeiten. Allgemein zeigte sich, dass die Qualität der Lehre leidet. Zwar war der Ausbau der digitalen Lehre in den Augen des StuPa ein großer Gewinn, sollte jedoch nur zusätzlich zur praktischen Lehre stattfinden und sie nicht gänzlich ersetzen.

Zu wenige Behandlungen bis zum Examen und somit wenig bis gar kein Patientenkontakt lässt unter den zukünftigen Zahnärzten die Angst vorherrschen, später entweder keinen Arbeitsplatz zu finden oder nicht ausreichend ausgebildet zu sein, um die Arbeit als frisch approbierte Zahnärztin oder Zahnarzt hervorragend ausüben zu können. Die Arbeitsgruppe (AG) Task Force Corona wurde rasch ins Leben gerufen, als klar wurde, dass die COVID- 19-Pandemie sowohl unseren späteren Berufsstand als auch unsere universitäre Ausbildung stark beeinträchtigen würde. Sie hat die, durch Corona bedingten, Änderungen aller Universitätsstandorte erfragt, auf stupa.fvdz.de festgehalten und sorgt für eine regelmäßige Aktualisierung. Im nächsten Schritt möchte die Task Force Corona sich für die Isonomie von Human- und Zahnmedizinstudierenden in Bezug auf Freiversuche einsetzen, sich mit dem häufig angewandten Losverfahren, dass Studierende außerhalb der Regelstudienzeit benachteiligt, befassen und außerdem für die Möglichkeit eines rechtlichen Beistands bei Fragen der Studierenden sorgen.

FVDZ_Bundesvorsitzeder_Harald_Schrader_Studierendenparlamentstagung2020 Der FVDZ-Bundesvorsitzende stand Rede und Antwort.

DIGITALISIERUNG

Den weiteren Ausbau von digitalen Lehrmethoden möchte das StuPa im Allgemeinen unterstützen. Wichtig ist jedoch, dass die Präsenzlehre nicht in den Hintergrund rückt und Vorlesungen regelmäßig aktualisiert werden. Die AG Digitalisierung möchte sich mit dem Problem der Urheberrechte und des geistigen Eigentums auseinandersetzen, da dies viele Dozenten daran hindert, ihre Vorlesungen digital zu teilen. Wünschenswert wäre auch eine deutschlandweite Vernetzung der Onlinelehre, um ein noch größeres Lehrspektrum zu schaffen. Im Plenum wurde zudem festgestellt, dass nur ein Teil der Universitäten eine komplett digitale Patientenakte verwendet, obwohl diese im kommenden Jahr verpflichtend wird. Auch hier wird also ein Umdenken in Richtung Digitalisierung stattfinden müssen.

MITGLIEDERGEWINNUNG

Die Gewinnung neuer studentischer Mitglieder des FVDZ wird künftig über die Fachschaften an jeder Uni geschehen. Diese werden dann bei bestimmten Kursen, Veranstaltungen oder fehlenden Materialien finanziell unterstützt. So kommt das Geld den Studierenden direkt zugute und eine weitere Motivation, andere für den FVDZ zu begeistern, ist geschaffen. Das Konzept soll eine individuelle Hilfe für die Studierenden an den Hochschulstandorten sein, da die Mitgliedergewinnung zuvor zum Teil von Kooperationspartnern koordiniert wurde. Konsentiert wurde, dass diese Verantwortung nun in der Hand der Studierenden liegt.

DENTALDEPOTS

Die AG Dentaldepots konnte durch eine Umfrage eine bundesweite Monopolstellung Henry Scheins an den Universitätsstandorten und starke standortabhängige Preisunterschiede für Materialien feststellen. Hierzu wird eine weitere repräsentative Umfrage publiziert, um sich im nächsten Schritt für Preisanpassungen und studierendenfreundlichere Preise einzusetzen.

APPROBATIONSORDNUNG

Um die ab 2021 geltende Approbationsordnung so anschaulich wie möglich zu erklären, hat die AG Approbationsordnung zwei sehr gelungene und auf Anhieb verständliche Videos vorgestellt und möchte diesbezüglich auch gerne mit dem MFT und IMPP zusammenarbeiten. Die Videos sind bereits auf stupa.fvdz.de abrufbar.

Harald Schrader (li.) und Peter Bührens gratulierten der frisch approbierten Assistenzzahnärztin Patrizia Winkler. FVDZ_Glueckwunsch_Patrizia_Winkler_Studierendenparlament

UPDATE ZAD

Auch in 2021 rät der Zahnmedizinische Austauschdienst e. V. im ersten Halbjahr von Auslandsfamulaturen ab. Schon in diesem Jahr musste die Unterstützung für im Ausland famulierende Studierende durch den Ausbruch der Pandemie eingestellt werden.

EINSTIEG ZAHNMEDIZIN

Das StuPa möchte gerne Studierende unterstützen, die ihr Studium zunächst im Ausland beginnen und auf der Suche nach einem deutschen Studienplatz sind oder bereits einen Wechselplatz haben, jedoch bürokratischen und juristischen Beistand benötigen. Es soll zukünftig ein Platz des Austausches und der Hilfestellung geschaffen werden.

NEUES VORSTANDSMITGLIED DES STUPA

Der letzte Programmpunkt der Tagung sah die Neuwahl eines Vorstandspostens vor, um die vom StuPa als ausgezeichnet angesehene Arbeit von Elena Blankenburg fortzuführen. Um den Posten bewarben sich Dilara Arslan mit dem Vorsatz, sich für die weitere Digitalisierung unseres Studiums einzusetzen und Milena Hegenauer. Sie warb mit dem Vorantreiben der Nachhaltigkeit unserer späteren Berufsausübung.
Dilara Arslan entschied die Wahl mit einem Ergebnis von 7 zu 6 Stimmen und nahm die Wahl dankend an. Im kommenden Jahr findet die Neuwahl des gesamten Vorstands statt. Die StuPaTa war in den Augen der Teilnehmenden ein voller Erfolg. Jeder Einzelne konnte neue Ideen und Eindrücke mitnehmen und wird diese seiner Fakultät und der Arbeit im StuPa zugute kommen lassen.

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