Bundesweite Umfrage.

Hochschul-Report – das StuPa vergleicht

 

 

Autoren:
Jasmin Mansournia
(Zahnmedizinstudentin aus Erlangen, Mitglied des StuPa)
Konstantin Schrader
(Zahnmedizinstudent aus Bonn, Mitglied des StuPa)


Wir sind diesen Fragen auf den Grund gegangen und haben 2019 eine Umfrage zum Hochschulvergleich gestartet, an der insgesamt 2.000 Studierende der Zahnmedizin aus Vorklinik und Klinik teilgenommen haben. Zu welchem Sinn und Zweck? Um Transparenz und Vergleichbarkeit zu schaffen. Denn unser großes Netzwerk sollte dazu genutzt werden, sich positive, aber auch negative Aspekte vor Augen führen zu können. Nur so scheint es möglich, aus den Fehlern der anderen zu lernen.

Beispiel: die mehrfach bestätigte Problematik unregelmäßiger Öffnungszeiten von Dentaldepots an den Fakultäten. Möglicherweise hilft da ein „Snack-Automat“ (siehe Foto) mit zahnmedizinischen Verbrauchsmaterialien, wie es ihn an der Universität in Frankfurt gibt. Würden wir damit einen Schritt in die richtige Richtung gehen? Während an manchen Universitäten die Absprache gut organisiert wird und es zu Gruppenbestellungen von Bedarfsmaterialien kommt, stehen Kursteilnehmer in anderen Städten vor verschlossener Tür, wenn mitten im Kurs der Separierer zu Bruch geht oder ein neuer Nachbarzahn benötigt wird.

ÜBERDURCHSCHNITTLICHER STRESSFAKTOR

Wenn man sich über fünf Jahre mit Krankheiten und dem Verfall des Gebisses beschäftigt, kann auch eine psychologische Belastung nicht ausgeschlossen werden. Bei unserer Umfrage wurden subjektive Stimmen laut, die den überdurchschnittlichen Stressfaktor im Studium beschreiben. Meist wurde der Spagat zwischen Privatem und den universitären Pflichten bemängelt, den es dabei zu bewältigen gilt. Es gibt Studierende, die davon berichtet haben, auf so gut wie alle Hobbys verzichten zu müssen. Schuld daran können auch organisatorische Probleme an den Hochschulen sein, nicht zwingend der Lehrinhalt.

Ein weiterer Faktor für den studentischen Seelenfrieden sind die hohen Kosten, die während des Studiums anfallen. Das Erreichen des klinischen Abschnittes verursacht im Schnitt einen Preis von bis zu 6.000 Euro und in ein paar Fällen weitaus mehr. Dabei außen vor sind die einigermaßen überschaubaren Semesterbeiträge, die auch oft ein Ticket für die Nutzung des Nahverkehrs beinhalten. Versteckte Kosten für Kurse oder eine Klinikkaution fallen dann an, wenn man eigentlich lernen und nicht jobben möchte. Die Befragten sind sich einig: Das Studium ist zu teuer.
Auch durch den Ausfall der Präsenzlehre bedingt durch SARS-CoV-2 sind erhebliche Kosten für Materialien angefallen. Als Beispiel mussten sich Studierende notwendige Instrumente privat kaufen, um dem Anspruch der Universitäten genügen zu können. Damit wurde sich dann von zu Hause aus vorbereitet. Eine Ausnahmesituation, die aber genau zeigt, dass wir als Studierende der Zahnmedizin eher bereit sein müssen, etwas mehr zu investieren als Zeit. Abgesehen davon variieren die Kosten von Standort zu Standort sehr stark. Da man so gut wie keinen Einfluss auf die Vergabe des Studienplatzes nehmen kann, ohne den nötigen Numerus clausus, erfahren Studierende eine unfaire Mehrbelastung, der man sich nicht aktiv entziehen kann.

ÜBER DIE HÄLFTE WILL SELBSTSTÄNDIG ARBEITEN

Ein Lichtblick am Horizont der zukünftigen Zahnmedizin ist aber die Stimmung bezüglich der Berufsausübung. „Wie möchtest Du später arbeiten?”, haben wir gefragt, und die Antwort wird den einen oder anderen Wirtschaftsökonom überraschen. Von den rund 2.000 Befragten aus Klinik und Vorklinik sehen sich nur sechs Prozent in der Zukunft als Angestellte. Rund 55 Prozent wissen, dass für sie nur die Selbstständigkeit in Frage kommt. Die restlichen 39 Prozent können es zu diesem Zeitpunkt noch nicht voraussehen.

Das Stimmungsbild gibt Hoffnung, dass die Zukunft der Zahnmedizin weiterhin durch den Berufsstand bestimmt werden kann, und wir uns trotz der Belastungen nicht abschrecken lassen, den für uns schönsten Beruf der Welt zu erlernen.

SCHLÜSSE DARAUS ZIEHEN UND NETZWERK PFLEGEN

Wir stellen fest, dass es einigen negativen Tendenzen entgegenzusteuern gilt. Mit den Ergebnissen der Umfrage ist es uns möglich, Schlüsse zu ziehen, diese miteinander zu besprechen, um unser Netzwerk aktiv aufrechtzuerhalten. Die Befragten lobten die Möglichkeiten, die es gibt, um Probleme anzusprechen, und wir geben unser Bestes, sie gemeinsam zu lösen, denn wir sind es, die den Menschen am Ende des Tages ein schönes Lächeln auf die Lippen zaubern, also warum nicht auch uns selbst?

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